So sicherst du dein Aktiendepot mit den richtigen Hedge-Strategien ab

Hedging - So sicherst du dein Aktiendepot richtig ab

Um sein Aktiendepot für unsichere Zeiten abzusichern, bleibt nur die Möglichkeit von Hedging. Es gibt verschiedene Strategien, wie du dein Aktiendepot vor unsicheren Zeit schützen kannst. 
In diesem Artikel werden wir die Grundlagen des Hedgings erklären, verschiedene Hedging-Strategien aufzeigen und veranschaulichen, wie Anleger diese Ansätze nutzen können, um ihre Aktienportfolios abzusichern.

Hedging Aktiendepot Short ETF
Hedging-Strategie

Das Investieren in Aktien kann erhebliche Renditen bieten, birgt jedoch auch ein gewisses Risiko. Marktschwankungen, geopolitische Unsicherheiten und wirtschaftliche Turbulenzen können zu unerwarteten Verlusten führen. Vor allem, wenn eine Rezession an den Aktienmärkten erwartet wird. Diese geht oft mit fallenden Aktienkursen einher.
Hier kommt das Hedging ins Spiel – eine bewährte Strategie zur Minimierung von Risiken im Aktiendepot. Denn fallende die Aktienkurse deiner Unternehmen, kannst du mit dem Hedging diese Buchverluste ausgleichen, oder gar davon profitieren.

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Was ist Hedging?

Hedging ist eine Risikomanagement-Strategie, die darauf abzielt, potenzielle Verluste in einem Investment durch absichernde Maßnahmen zu mildern. Im Kontext eines Aktiendepots bedeutet Hedging, dass du als Anleger bewusste Schritte unternimmst, um negative Auswirkungen auf dein Aktiendepot von fallenden Kursen zu reduzieren. Oftmals erfolgt dies mithilfe von Finanzinstrumenten, die in umgekehrter Korrelation zu den Aktienkursbewegungen stehen.

Hedging-Strategien

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie man mit dem Hedging sein Aktiendepot absichern kann. Wir zeigen dir einige auf und erklären dir die Strategie dahinter.

1. Put-Optionen:

Put-Optionen geben dem Käufer das Recht, Aktien zu einem festen Preis, dem Ausübungspreis, zu verkaufen. Bei Kursrückgängen gewinnen Put-Optionen an Wert und können Verluste im Aktiendepot ausgleichen. Diese Methode ist beliebt, um gegen fallende Aktienkurse abzusichern.
Der Vorteil von Put-Optionen ist, dass du durch die Put-Option der gewünschten Aktie, entweder durch die Put-Option selbst Geld verdienst, wenn der Aktienkurs fällt, oder aber du das Recht hast, die Put-Option auszuüben und die Aktie zum Ausübungspreis, der immer geringer ist als der aktuelle Aktienkurs, erwerben kannst. Put-Optionen sind für professionelle Händler geeignet.

2. Knock-Out-Produkte:

Knock-Out-Produkte sind Inhaberschuldverschreibungen, zwischen dir und dem Emittenten. Mit KO-Produkte sein Aktiendepot zu hedgen ist durchaus möglich. Durch den ausgestatteten Hebel genügt eine relativ geringe Investitionssumme. Dieser Hebeleffekt ermöglicht dir, dass du bei einem Hebel von 5, lediglich ein Fünftel der ursprünglichen Summe einsetzen musst. Wenn du beispielsweise den Deutschen Aktien Index shorten möchtest, also von fallenden Kursständen ausgehst, kannst du ein KO-Produkt verwenden.
Allerdings haben auch KO-Produkte ihre Tücken, darunter fallen zum Beispiel der Spread, Finanzierungskosten des Emittenten und unter anderen das Fälligkeitsdatum. Nur fortgeschrittene Trader und Investoren und jene, die sich mit dieser Hedging-Strategie auskennen, sollten diese Möglichkeit nutzen, um sich vor fallenden Aktienkursen zu schützen.

3. Short und leveraged ETFs:

ETFs sind Exchange Traded Funds und bilden einen Index ab. Deshalb sind sie ein beliebtes Instrument, um langfristigen Vermögensaufbau zu betreiben. Was viele Anleger nicht wissen ist, dass es auch ETFs gibt, die einen Wertzuwachs generieren, wenn ein Index fällt – die sogenannten Short ETFs. Sie bilden den Index invers ab. 

Mit ETFs und leveraged ETFs short zu gehen und sein Aktiendepot zu hedgen ist einer der einfachsten Möglichkeiten, die du dir als Marktakteure aussuchen kannst. Diese Hedging-Strategie ist zudem eine der transparentesten für uns Privatanleger, obwohl du auch hier die Basiskennzahlen wie TER (Total Expanse Ratio), Steuersitz und der richtigen Replikationsmethode kennen musst. Und genau deswegen haben wir hier für dich ein Video produziert, bei dem diese Hedging-Strategie genau und ausführlich beschrieben ist.

Diese Hedging-Strategie kann durch einen Leverage (Hebel) verstärkt werden. So gibt es auch short ETFs mit einem Hebel von zwei oder drei. Verliert zum Beispiel der DAX ein Prozent an Wert, verbuchst du einen Kurszuwachs des Short leveraged ETFs mit einem Hebel von zwei, zwei Prozent Performance. Die Short und leveraged ETFs haben in der Regel nur die Ausschüttungsart Distributing (Dist), im Gegensatz zu ETFs, die zum Vermögensaufbau genutzt werden. Hier wird nämlich auch die Ausschüttungsart Accumulating (ACC) angeboten. Hierzu gibts es gravierende Unterschiede, die du unbedingt kennen solltest.

4. Edelmetalle kaufen:

Ein schlechte Aktienmarkt- oder Konjunkturphase beflügelt in der Regel die Edelmetalle. Die Marktteilnehmer flüchten aus den Assetklassen wie Aktien oder ETFs und suchen den sicheren Hafen auf. Edelmetalle ist genau dieser sicherer Hafen. Nachfolgend habe ich dir dazu einen Performancevergleich herausgesucht, der dir das nochmal veranschaulicht.

Perfromancevergleich Gold vs Sp500
Korrelation Gold vs. Sp500 Hedging-Strategie

Das ist natürlich keineswegs ein Garant für steigende Edelmetalle. Doch selbst wenn die Kurse der Edelmetalle parallel zu den Aktienmarktkursen fallen, fallen die Edelmetalle deutlich weniger. Es kann daher durchaus Sinn machen, einen gewissen Depotanteil an Edelmetallen aufzubauen, um sich vor konjunkturell unsicheren Zeiten zu schützen und sein Aktiendepot mit dieser Hedging-Strategie abzusichern. Verbindest du das noch mit einem Research für Edelmetalle, kannst du diesen schweren Zeiten entspannter entgegensehen.

Auch diese Möglichkeit zur Absicherung des Aktiendepots bietet vielen normalen Anlegern Sicherheit. Dazu ist der Kauf von physischen Edelmetallen bis 2.000 EUR sogar noch anonym. 
Allerdings musst du Grundkenntnisse besitzen. Welche Art von Edelmetall (Gold oder Silber), welche Form (Barren oder Münzen) und in welcher Größe (Eine Unze oder ein Kilogramm), sowie dem Kaufzeitpunkt. Das ist allerdings gar nicht so schwer – dazu habe ich dir zwei Videos in diesem Artikel angehängt, die genau auf diese Themen eingehen. Damit machst du sicherlich keinen Fehler beim Kauf von Edelmetallen, die du zugleich als Hedging für dein Aktiendepot nutzen kannst.

In diesem Video erfährst du alles darüber, wie du richtig in Edelmetalle investiert – Tipps für Anfänger. 

Und hier, wann und wie du richtigen Zeitpunkte für den Kauf auswählst. Auch die wichtigen Unterschiede zwischen Silberunzen und Silberbarren werden hier bis ins Detail geklärt.

5. Diversifikation:

Sicher bist du als Investor in deinem Aktiendepot diversifiziert. Du hältst also unterschiedliche Unternehmensanteile aus verschiedenste Branchen. Es ist allseits bekannt, dass eine Konjunkturschwäche verschiedenen Branchen härter oder weniger hart trifft. Zyklische Industrieunternehmen beispielsweise fallen tendenziell stärker als nicht zyklische Konsumgüter.
Das ist auch als Sektorrotation bekannt.
Um nun Hedging zu betreiben und sein Aktiendepot gegen übermäßige Buchverlsute zu schützen, kann es also ratsam sein, die Anzahl der Aktien eines zyklischen Industrieunternehmens, wie 3M oder Siemens zum Beispiel, zu reduzieren oder Aktienanteile von Unternehmen aufzustocken, die in der nicht zyklischen Konsumbranche etabliert sind. Hier wäre British American Tobacco oder Unilever als Praxisbeispiel aufführbar.

Vorteile und Nachteile zum Hedging

Bekanntlich hat nicht alles nur eine Sonnenseite. So ist es auch mit dem Hedging, auch wenn man versucht sein Aktiendepot gegen Risiken abzusichern.

Vorteile Hedging:

  • Begrenzung von Verlusten in volatilen Märkten.
  • Schutz des Kapitals und langfristiger Anlageziele.
  • Anpassungsfähigkeit bei der Auswahl der geeigneten Hedging-Strategie je nach Marktsituation.
  • Zusätzlicher Profit möglich bei fallenden Kursen

Nachteile Hedging:

  • Kosten: Hedging kann Prämien oder Transaktionskosten verursachen.
  • Komplexität: Ein umfassendes Verständnis der Märkte und Finanzinstrumente ist erforderlich.
  • Potenzieller Gewinnverlust: Falls der Markt tatsächlich steigt, können Hedging-Kosten die potenziellen Gewinne mindern.
  • Zusätzlicher Arbeitsamtsaufwand

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Fazit: Hedging-Strategie deines Aktienportfolios

Das Absichern eines Aktiendepots mittels Hedging ist eine fortgeschrittene Strategie, die du aber dennoch nutzen kannst, um dich vor Verlusten aufgrund von Marktschwankungen zu schützen. Durch den Einsatz von Instrumenten wie Put-Optionen, Short-Positionen und diversifizierten Portfolios kannst du als Investor das Abwärtsrisiko im Aktiendepot minimieren und hedgen. Dennoch solltest du die Kosten und Risiken des Hedgings abwiegen. Außerdem musst du vor einem Hedge sicherstellen, dass du die gewählte Hedging-Strategie gut verstehst, bevor du sie in die Praxis umsetzt. 
Aus den genannten Hedging-Strategien sind zum Teil auch einfachere Möglichkeiten, wie du dein Aktiendepot absichern kannst. Um dein Aktiendepot zu hedgen, musst du also nicht zwangsläufig auf fallende Kurse spekulieren. Die einfachste Möglichkeit, um dein Portfolio abzusichern, ist der Kauf von physischen Edelmetallen, die du bestenfalls aufbauend auf einem Gold Report angehen könntest.

Christian Lill

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