3M – Wie steht es um den angeschlagenen Dividendenkönig?

3M wird derzeit von schlechten Nachrichten überschattet. Von Trinkwasserverschmutzung bis hin zu vermeintlich schadhaften Ohrstöpsel der US-Armee. Wie schlecht steht es um den Dividendenkönig wirklich?

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Unternehmen
    Geschäftsmodell + Unternehmensstrategie
  1. Fundamentalanalyse
    1. Entwicklung Umsatz + Marge
    2. Entwicklung Cash-Flow + Gewinn
    3. Bilanzielle Bewertung
    4. Dividende
    5. Zusammenfassende Bewertung
  2. Charttechnische Bewertung
  3. Chancen und Risiken
    1. Chancen
    2. Risiken
  4. Fazit
3M
ISIN US88579Y1010
Branche Industrie
Sektor Industriekonglomerate
Börsenwert 72,27 Mrd. USD
Dividende/Aktie 5,96 USD
Div.wachst. 10 J. 9,96 p.a.

1. Das Geschäftsmodell

3M ist einer der größten Industriemischkonzerne der Welt.
Der amerikanische Konzern hat über 60.000 verschiedene Produkte in seinem Portfolio und operiert in mehr als 70 Ländern auf der ganzen Welt.
Rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet 3M mit seinen Geschäftsbereichen außerhalb der USA.

Die vier Kernebereiche gliedern sich wie folgt:

Safety and Inudstrial,
Transport and Electronics,
Health Care,
Consumer

Regionenverteilung des Umsatzes Quelle: Aktienfinder

Die USA ist dennoch ein wichtiges Segment für das Unternehmen. Im dritten Quartal wird deutlich, dass das USA Geschäft verstärkt wachsen konnte.
Aufgrund des starken US-Dollars wird allerdings das Wachstum des gesamten Konzerns verlangsamt. Könnte die amerikanischen Notenbank etwa ein Soft Landing an den Finanzmärkten erzielen und eine starke Rezession ausbleiben, so dürfte die Nachfrage weiter anziehen.
Auch ein sich abschwächender US-Doller Kurs im laufenden Quartal, gibt dem Unternehmen wieder Rückenwind.

Umsatzbelastung durch den US-Dollar Quelle: 3M IR

Das Produktportfolio von 3M ist sehr vielfältig.
Seit der Restrukturierung der Kernbereiche im Jahr 2019, umfasst der Konzern die vier oben genannten Kernbereiche:

Safety and Industrial:

Der Bereich umfasst unter anderem Klebstoffe, persönliche Schutzausrüstung und Schleifmittel.
Mit einem Gesamtumsatzanteil von rund 34% ist die genannte Abteilung der Tragpfeiler des Konzerns. Die Marge lag im Schnitt der letzten drei Jahre bei 23%.
Das Management beschloss, dass Kosteneinsparungen, die unter anderem auch mit Personalabbau einhergehen, die Profitabilität des umsatzstärksten Segments nachhaltig erhöht werden soll.

Transport and Electronics:

Mit 9,77 Mrd. USD steht diese Abteilung an zweiter Stelle.
Neben Produkten wie Lichtmagnetfolien und Kabelverbindungslösungen, umfasst der Transportbereich Oberflächenschutz, Versiegelungen oder Akustiklösungen sowie Gewichtsmanagement für die Hersteller und Spediteure.
Die Marge der vergangenen drei Jahre liegt hier bei 21,8%.

Health Care:

Dieser Geschäftsabschnitt umfasst medizinische Produkte für private und industrielle Verbraucher. Neben Hautpflegeprodukte, Pflaster und Bandagen sind auch verschiedene medizinischen Messvorrichtungen Bestandteil dieser Gruppe.
Über die letzten zehn Jahre hinweg konnte das Health Care Geschäft eine Marge um 30% vorweisen. Die letzten drei Jahre lag diese allerdings nur zwischen 21,9% bis 25,1%.
Nun ist für 2023 ein Spin-Off dieses Geschäftsfelds vorgesehen.
Das profitable Geschäft soll vom ursprünglich operativen Geschäft des Konzerns getrennt werden. Dadurch erwartet man eine noch bessere Flexibilität und, durch die Fokussierung auf das einzelne Geschäftsfeld, weiter stark beschleunigtes Wachstum.
Ein Aktionär wird dann automatisch die Anteile der Spin-Off Sparte im Depot übertragen bekommen.

Consumer:

Die Verbraucherprodukte sind der Anteil im Unternehmen, der mit 15,6% den wenigsten Umsatzanteil ausmacht.
Neben den bekannten Post-It Zettel und den Klebebändern, bedient der Bereich auch Artikel, die die Segmente Gesundheit und Vorsorge oder Heimwerken und Baumarkt bedient.
Auch hier wirtschaftet 3M mit Margen um 21% über die letzten Jahre hinweg.

Verteilung der Kernbereiche nach Umsatz: 1.)Safety and Industrial 2.)Transport and Electronics 3.)Health Care 4.)Consumer

Der Konzern bedient mit seinen Geschäftsbereichen ein sehr großes Spektrum sowohl im Konsumentenbereich als auch in der Industriesparte. 3M ist durch die Aufteilung der Umsätze über die verschiedenen Geschäftswege nicht gänzlich abhängig von einer Branche.
Über mehrere Jahre hinweg ist das Health Care Segment der margenstärkste Geschäftszweig gewesen. Alle Bereiche weisen im Schnitt ein margenstarkes Geschäft von rund 22% aus.

Verteilung der Kernbereiche nach Umsatz Quelle: Aktienfinder

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Die derzeitige Nachrichtenlage zu den Rechtsstreitigkeiten rund um den Konzern

Trinkwasserverunreinigung durch PFAS-Chemikalien von 3M in Cordova:

Am 03.11.2022 wurde eine Einigung um die Kontamination des Trinkwassers in Cordova bekannt. 3M und das US-Umweltschutzministerium EPA einigten sich darauf, die Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen (PFAS) im Trinkwasser rund um die 3M Anlage in Cordova zu entfernen.
Dafür muss 3M eine Trinkwasserbehandlung im Umkreis von fünf Kilometer für alle privaten Brunnenbesitzer um den Fabrikstandort anbieten.Dieser Radius der Kontamination wurde bereits im Juli durch Trinkwasserproben von 3M selbst festgestellt. Allerdings nutzte der Konzern keine EPA-Testmethoden.
Der Konzern ist nun dazu verpflichtet, weitere EPA-Probeentnahmen bis zu einem Umkreis von 16 Kilometer durchzuführen.
Außerdem bot 3M an, unabhängig von den Probeergebnissen, weitere Wasseraufbereitungssysteme für die Anwohner rund um Cordova zu errichten und den Bau eines hochmodernen Abwasserbehandlungssystem zu beginnen. Die Kosten für diese Maßnahmen werden im niedrigen dreistelligen Millionenbereich erwartet.

Schadhafte Ohrstöpsel der US-Armee:

Dabei stellte Aero Technologies, eine 2008 gekaufte, 100 prozentige Tochtergesellschaft von 3M, diese Ohrstöpsel für die US-Armee her. Lieferverträge mit dem US-Militär bestanden bereits weit vorher.Bereits vor einiger Zeit gab es einen außergerichtlichen Vergleich zwischen 3M und dem US-Justizministerium. Das Ministerium warf 3M vor, schadhafte Ohrstöpsel an die US-Armee verkauft zu haben.
Weder räumte 3M Schuld- noch Fehlverhalten ein. Es wurde sich im Juli 2018 auf einen Vergleich von 9,1 Mio. Dollar geeinigt.

Und genau diese Einigung nahmen Veteranen zum Anlass, gegen den US-Konzern zu klagen. Per Einzelverfahren klagten 16 Ex-Soldaten. Zehn Soldaten erhielten daraufhin Entschädigungszahlungen zwischen 1,7 Mio. und 77,5 Mio. USD. Die anderen sechs Klagen wurden abgewiesen.
Die Einzelverfahren waren somit abgeschlossen.
Nun aber klagen 230.000 Veteranen mit einer Sammelklage. Daraufhin stellte Aero Technologies freiwillig den Insolvenzantrag (Chapter 11).
Das zuständige US-Konkursgericht lehnte diesen Antrag allerdings ab. Der Grund dafür, Aero Technologies dürfe keine Insolvenz beantragen, nur um die Schadensersatzzahlungen zu begrenzen, woraufhin 3M Berufung einlegte.

Nun beginnt 3M im dritten Quartal mit Rückstellungen für Gerichtskosten und Schadensersatzzahlungen. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass die amerikanische Justiz eine Sammelklage für einen so wichtigen und globalen Konzern zulässt, allerdings laufen solche Verfahren in der Regel auf einen Vergleich hinaus, indem der Konzern Schadensersatz bezahlt.
Im laufenden Bilanzjahr wurde dem Safety und Industrial Bereich 1,42 Mrd. USD Dollar dafür zugeschrieben. Weitere 812 Mio. USD stehen für Rechtsstreitigkeiten bereit, die zunächst nicht direkt zugeordnet wurden.

Auszug aus der Bilanz Quelle: 3M IR

2. Fundamentalanalyse

Das laufende Bilanzjahr ist neben der aktuellen Nachrichtenlage eines der forderndsten des Unternehmens. Es wird insbesondere mit höheren Kosten und Nachfrageproblemen gekämpft, was wir uns noch genauer anschauen.

2.1. Entwicklung von Umsatz und Marge

Obwohl 3M eher ein geringes Umsatzwachstum von 1,64% auf 10 Jahre ausweißt, entstand ein Gewinnwachstum von 6,31% im gleichen Zeitraum. Das Management kann sehr gut mit dem Geld wirtschaften.
Dennoch sinkt die Bruttomarge, die jedoch weit über 40% notiert, seit 2018 leicht ab. Daran sind die gestiegenen Kosten schuld, die unter anderem auch im Materialeinkaufspreis verankert sind. Der Konzern kann nicht alle Kosten seinen Verbrauchern weitergeben. Die Nettomarge aber steigt, diese profitiert zusätzlich durch die sinkende Zinslast.
Über Jahrzehnte hinweg weißt 3M eine operative Marge von rund 22% aus.

Seit 2018, und den damit begonnenen Rechtsstreitigkeiten sowie der sich abschwächenden Profitabilität, sinkt diese nun auf einen Erwartungswert von 13,69%. Sollte nun der Rechtsstreit um die Ohrstöpsel beigelegt werden und die Restrukturierung im Bereich Safety und Industrial profitabel durchgesetzt werden können, rechnet das Management mit Zielmargen im langfristigen Zeitraum von 30-40%.
Das Geschäft des Industriemischkonzern ist stark zyklisch, in Marktphasen wie diesen daher keine leichte Aufgabe für das Management.

Umsatz und Margen Quelle: Aktienfinder

2.2. Entwicklung von Cash-Flow und Gewinn

In diesem Schaubild ist zu erkennen, wie zyklisch und nachfragebedingt das Geschäft von 3M ist.
Es gab in den Jahren 2009 und 2019 kurze Gewinneinbrüche. Der Weltmarkt stand in diesen Jahren nicht auf Wachstumskurs, das belastet den agierenden Mischkonzern.

Cash-Flow Entwicklung Quelle: Aktienfinder

Der bereinigte Gewinn, also abzüglich den außergewöhnlichen Geschäftsvorfällen, wie dem in diesem Quartal berücksichtigten Vorsteuergewinn des SpinOffs der HealthCare Sparte von 2,724 Mrd. USD, sollte laut Analystenschätzungen zufolge 3M für dieses Bilanzjahr 10,13 USD je Aktie betragen.

Auszug aus der Bilanz zum Vorsteuergewinn der Health Care Sparte Quelle: 3M IR

Der Einbruch des operativen und freien Cashflows bildenden tatsächlichen Geldfluss des Unternehmens an. Es ist deutlich zu erkennen wie schwer sich 3M in Folge der Krisenjahre seit 2020 tut.
Weiterhin verdient das Unternehmen zwar Geld, allerdings sinkt der operative Cashflow je Aktie über zwei Jahre hinweg über 40% – der härteste Rückschlag seit den Aufzeichnungen im Jahr 1990.

Freier und operativer Cashfow Quelle: Aktienfinder

2.3. Bilanzielle Bewertung

Mit dem ersten Blick fällt direkt eine steigende Gesamtbilanz auf. Der Hauptgrund dafür sind allerdings die Aktienrückkäufe des Unternehmens. Das ist keine Seltenheit in den USA und hat keine direkt schädlichen Auswirkungen. Zudem liegt der Bilanzposten „Treasury Stocks“ noch unterhalb des gesamten Vermögensstands von 46,18 Mrd. USD von 3M.
Im November 2018 verkündete das Unternehmen ein 10 Mrd. USD schweres Aktienrückkaufprogramm. Der Stand nach drei Jahren beläuft sich auf ca. 3 Mrd. USD. 3M hat dabei keine Laufzeitbegrenzung vorgegeben. Der Aktienrückkauf kommt vorrangig den Aktionären zugute, da das Unternehmen die eigenen Aktien zurückkauft und damit als Käufer am Markt auftritt.
Auch wird durch ein solches Rückkaufprogramm der Gewinn je Aktie fälschlicherweise gesteigert, da es weniger Aktien auf dem Markt gibt, durch den der Gewinn geteilt werden muss.

Die zu verzinsenden Schulden nahmen in den letzten drei Jahren rapide ab. Seit 2019 tilgte 3M 40,1% der zu verzinsenden Schulden und weißt aktuell eine Schuldenquote von 20,90% aus. Hier hat das Management vorausschauend gearbeitet und für Zeiten steigender Zinsen am Weltmarkt vorgebaut. Die Nettomarge erhöhte sich dadurch in den letzten Jahren durch die sinkende Zinslast – es blieb mehr Gewinn in den Kassen.
Weitere 34,6 Jahre würde der Konzern bis zur Volltilgung brauchen.

Bilanz 3M Quelle: Aktienfinder

Organisch gibt es in der zyklischen Branche wiederum Jahre, in denen das Wachstum kurzfristig rückläufig ist. Über zwei Jahrzehnte hinweg konnte die Bilanz von 3M im Median aber nachhaltig ansteigen.

Bilanz 3M Quelle: Aktienfinder

2.4. Dividende

Der Mischkonzern ist in der Liste der Dividendenkönige der USA eingetragen. Ein Unternehmen, das über 50 Jahre konstant Dividenden erhöht und ausschüttet.

Planungsziel für 2022 Quelle: 3M IR

3M kommt dabei auf 64 Erhöhungen und über 100 Jahre ununterbrochene Ausschüttungen der Dividende. Und genau darauf legt das Management auch in Zukunft weiter viel Wert und das mit einer satten Dividendensteigerungsrate von 9,96% auf 10 Jahre.

Selbst in einem Jahr, das nicht so gut läuft für den Konzern, folgen quartalsweise Dividendenerhöhungen. Der freie Cashflow wird aktuell mit 6,80 USD ausgewiesen, wobei davon 5,95 USD an Dividenden ausgeschüttet werden. Die Dividenden könnten also weiter erhöht werden. Durch den Einbruch des freien Cashflows und die weitere Erhöhung der Dividenden, sinkt allerdings die Tilgungskraft bis zum Ende des dritten Quartals auf 477 Mio. USD. Das kann sich das Unternehmen durch die zuvor getilgten Schulden leisten.

Dividendenkennzahlen 3M Quelle: Aktienfinder

Die aktuelle Dividendenrendite war noch nie so hoch wie jetzt. Aufgrund des ausgedehnten Kursverlustes und der stetigen Erhöhung der Dividende, bekommt man für das Unternehmen aktuell eine Rendite von 4,69% bei einem Kurs von 128 USD.

Dividendenhistorie 3M Quelle: Aktienfinder

2.5. Zusammenfassende Bewertung

Im letzten Financial Statement zum dritten Quartal am 25.10.2022, musste 3M erneut seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr senken. Vorrangig aufgrund der anhalten Stärke des US-Dollars und des unsicheren makroökonomischen Umfelds.

-Gesamtumsatzwachstum: -3,5 bis -3,0 Prozent gegenüber -2,5 bis -0,5 Prozent zuvor

-Organisches Umsatzwachstum: 1,5 bis 2,0 Prozent vs. 1,5 bis 3,5 Prozent zuvor

-Umsatzwachstum durch Akquisitionen und Veräußerungen: -0,5 Prozent gegenüber 0 Prozent zuvor

-Auswirkungen der Währungsumrechnung auf den Umsatz: -4,5 Prozent gegenüber -4,0 Prozent zuvor

-Bereinigter Gewinn pro Aktie: 10,10 bis 10,35 US-Dollar gegenüber 10,30 bis 10,80 US-Dollar zuvor

-Operativer Cashflow von 6,8 bis 7,4 Milliarden US-Dollar, der zu 85 % bis 95 % bereinigter freier Cashflow-Umwandlung beiträgt

 

Wie eingangs beschrieben, ist das Fiskaljahr, insbesondere für stark zyklischen Industrie- und Mischkonzerne, sehr fordernd.

Es ist daher zielführender, das bereinigte KGV nach unten zu revidieren. Gleicht man das KGV im Durschnitt an das aktuelle KGV an, sehen wir dennoch, dass das Unternehmen aufgrund des KGVs günstig bewertet ist. Wie oben bereits beschrieben, erachte ich es für sinnvoll, eher den Cashflow zu prüfen, statt die Gewinne. Aber auch hier ist eine Unterbewertung gegenüber dem Fair Value Cashflow zu erkennen.

Aktuelle Bewertung Quelle: Aktienfinder

3. Charttechnische Bewertung

Seit dem Allzeithoch im Jahr 2018 befindet sich die 3M Aktie in einer übergeordneten Korrektur.
Zuletzt erreichte die Aktie ein neues Zwischentief bei 107 USD. Sie verfehlte nur knapp das charttechnische Supportcluster zwischen 90,73 USD und 103,17 USD.
Hier fällt die Abwärtstrendlinie einer möglichen bullischen Flagge, das 100% Fibonacci Projektionsziel und das 50% Retracementlevel der letzten Aufwärtsbewegung von 2009 zusammen. Solche Schnittpunkte, die mehrere Unterstützungen aufweisen, sind charttechnisch am interessantesten.

Die Möglichkeit, dass sich hier eine große Trendwendechance etabliert ist hoch. Und das ist sie nach wie vor. Sollte die aktuelle Unterstützung im Bereich von 127 USD wieder nachhaltig aufgegeben werden, ist ein weiteres Tief bis in genannten Bereich möglich.
Aufgrund einer möglichen Elliott Wellen Korrektur kann dieses vermeintliche Tief dennoch ausbleiben. Die Korrekturwelle ( c ) hat die Korrekturwelle ( a ) unterschritten. Somit ist die Korrektur möglicherweise bereits beendet, obwohl die Korrekturwellen ( a ) und ( c ) nicht.

Der Startschuss für eine fulminante Rally, die zunächst bis zum Rekordhoch von 260 USD führen dürfte, könnte bereits begonnen haben.
Derzeit befindet sich das Wertpapier allerdings noch innerhalb der möglichen Trendfortsetzungsformation und auch unterhalb der kurzfristigen Abwärtstrendlinie.

3M Wochenchart Quelle: Stock3

Im Tageschart wird das technische Bild des Industriemischkonzerns detaillierter.

Der Aktienkurs befindet sich derzeit auf einem enormen Unterstützungsniveau, das sich bei 126,70 USD befindet. Dieses fällt zusammen mit der Rainbowunterkante und der Wolkenoberkante. Beide Indikatoren verstehen sich als Trendfolgeindikatoren. Diese drehen bereits in die bullische Richtung. Zudem könnte man den Anstieg seit dem 13.10.2022 impulsiv aufwärts zählen. Er endete am 38% Retracementlevel der vorangegangen Abwärtsstrecke.
In den nachfolgenden Tagen und Wochen ist es daher sehr spannend um dieses Wertpapier bestellt.
Falls mögliche Rückläufe in den Bereich 121,72 USD und 116,13 USD von den Marktteilnehmern gekauft werden, dürfte der nächste Aufwärtsschub bereitstehen. Kurzfristig muss dabei die Marke von 152 USD im Auge behalten werden. Diese wäre der erste nächste Anlaufpunkt.
Darüber hinaus entsteht dann weiteres Potential bis rund 185 USD. Sollten sich Kursstände unter 116 USD entwickeln können, steigt die Chance für ein neues Tief bis in den angesprochenen Bereich erheblich.
Hier müsste die neu entstanden Situation erneut unter die Lupe genommen werden. Ideal bildet dieser Bereich jedoch dann die große Trendwende.

3M Tageschart Quelle: Stock3

4. Chancen und Risiken

Chancen

Die große Chance liegt klar auf der Hand. Mit den aktuellen Gegebenheiten und einem möglichen Kursstand von rund 100 USD, kauft man sich in ein großes und weltweit operierendes Industriegeschäft ein.

Mit einer aktuellen Dividendenrendite von 4,80% kann man zusätzlich am Unternehmen partizipieren. Das Management legt trotz der aktuellen Lage weiterhin viel Wert darauf einen großen, stetigen und nachhaltigen Anteil an seine Aktionäre auszuschütten.

Die Aktie ist aufgrund dessen für Dividendenjäger nach wie vor äußerst interessant. Die Dividenden sind auch nach den erläuterten Kennzahlen nicht gefährdet.

Sollte sich die Geschäftslage, vor allem in der Industrie, in den nächsten Monaten stabilisieren oder die Nachfrage wieder erhöht werden, dürfte 3M davon überproportional profitieren.

Das Management steuert auch in den schwachen Unternehmensjahren gegen. Kosteneinsparungen, Personalabbau sowie die Restrukturierung des Safety und Industrial Bereichs und die Ausgliederung der Health Care Sparte dürfte das operative Geschäft zusätzlich weiter stärken.

Risiken

Nach wie vor steht ein großer potentieller Rechtsstreit aufgrund der möglicherweise defekten Ohrstöpsel über dem Unternehmen. Sollte der Berufung für das Insolvenzverfahren der Tochter Aero Technologies nicht stattgegeben werden, folgen neben weiteren Rechtskosten auch Restrukturierungskosten für das Tochterunternehmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Sammelklage der Veteranen stattgegeben wird und es nicht zu einer außergerichtlichen Einigung kommt, ist allerdings gering.

Die Kosten für einen derartigen Verglich sind bis dato schwer abzuschätzen. Das Management steuert aber auch hier bereits gegen und bildet Rückstellungen. Dass der Konzern aufgrund dessen Pleite geht, ist ebenfalls als unwahrscheinlich zu bewerten. Bei Bedarf könnte 3M Fremdkapital aufnehmen um eine übermäßige Vergleichszahlung zu bedienen, sollte es überhaupt dazu kommen. Nicht zuletzt hat das Management dafür bereits in den Vorjahren die zu versteuernden Zinsen stark getilgt.

Zwar belasteten die schwache Nachfrage und der starke US-Dollar insgesamt das Unternehmen, allerdings wird das kein Dauerzustand sein. Allein in diesem Quartal schwächte sich der Dollar im Vergleich zum Euro in der Spitzer bereits um 9,7% ab.

5. Fazit

Für dividendenbegeisterte Aktionäre dürften diese Anteilsscheine auch in der derzeitigen Lage nicht die schlechteste Wahl sein. Die Dividenden sind derzeit sicher und das Management wird meiner Meinung nach alles daransetzen, nicht zu Ungunsten der Aktionäre zu handeln.

Ich halte den Konzern für eine wichtige und tragende Säule, sowohl in den USA als auch weltweit. Die Geschäftsfelder bilden ein sehr breites Spektrum ab – damit muss sich das Unternehmen nicht auf einen Geschäftszweig verlassen.
Es gibt immer wieder Jahre, in denen ein stark zyklisches Unternehmen nicht sehr profitabel arbeiten kann. Die Kennzahlen für 3M lassen aber durchaus zu solche Jahre zu überstehen und gestärkt daraus hervorzugehen.

Disclaimer:
Alle zur Verfügung gestellten Informationen (Kommentare, Hinweise, Ratschläge etc.) dienen allein der finanziellen Bildung und als Denkanstöße. Sie sind nicht als persönliche Anlageberatung zu verstehen. Wir übernehmen keinerlei Haftung für Anlageentscheidungen, die du aufgrund der hier präsentierten Informationen triffst.

Es besteht die Möglichkeit eines Interessenkonflikts. Der Autor könnte im besprochenen Wertpapier investiert sein.

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